| Im
2. Jahrtausend v. Chr. legen die Phönizier,
ein Seefahrervolk aus dem Raum Libanon, Syrien, Palästina Ankerplätze
und Handelskolonien entlang der Mittelmeerküste an. Um 814
v. Chr. wird an der Maghrebküste die Stadt Karth Hadasht
(Neue Hauptstadt, röm. Karthago) gegründet, welche vom
7. Jahrhundert an zum zentralen Ausgangspunkt für weitere Koloniegründungen
und zur wichtigsten Bastion gegen die griechische Expansion
wird. In den folgenden Jahrhunderten gerät das phönizische Mutterland
immer mehr in Bedrängnis durch Vorstöße der Perser und Griechen,
der
Niedergang der Etrusker hinterläßt zudem ein Machtvakuum und
Karthago gewinnt zunehmend an Bedeutung
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Spätestens
nach der Zerstörung des phönizischen Tyros (332 v. Chr.) durch
Alexander den Großen wird Karthago zum Alleinerben der phönizischen
Kultur und steigt zur größten Seemacht im westlichen Mittelmeer auf.
Mit 400 000 Einwohnern ist sie die größte und wohl auch wohlhabendste
Metropole des Mittelmeerraums. |
| Karthagos
Außenpolitik wird jahrhundertelang
vom Konflikt mit den Griechen bestimmt. Zur Sicherung
des eigenen Seehandelswegs nach Spanien gründet Karthago
mehrere Stützpunkte unter anderem auch auf Sizilien, das
wiederum die Griechen für sich beanspruchen. Um die Mitte
des 4. Jahrhunderts, als sich Karthager und Griechen zu
Großmächten etabliert haben, beginnt auf Sizilien ein
Dauerkrieg mit wechselndem Kriegsglück. Mit den zu jener
Zeit noch recht unbedeutenden Römern als Verbündete leisten
die Karthager den Feldzügen des Makedonierkönigs Pyrrhus
von Epiros (285-270) Widerstand. Im Anschluß daran
kommt es mit den Römern zu einem Streit um den Besitz
der Stadt Messina. Rom verbündet sich mit Karthagos Erzfeind
Syracus. |
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| Der
Erste Punische Krieg (264-241)
beginnt (Die Römer nannten die Karthager "Poeni", Phönizier
des Westens). Dank ihrer größeren Reserven an Menschen
und Material bleiben die Römer siegreich und Karthago
muss schließlich 242 den römischen Friedensbedingungen
zustimmen und verliert Sizilien. In der Folgezeit konzentriert
sich Karthago auf den Gewinn neuer Einflußsphären in Spanien.
Mit Rom ist der Ebro als Grenze vereinbart, jedoch führt
ein Konflikt um die südlich des Flusses gelegene, aber
prorömische Stadt Sagunt zum |
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Zweiten
Punischen Krieg (218-201). Im Frühjahr
218 überschreitet Hannibal mit 40-60 000 Mann, 12 000
Reitern und 37 Elefanten den Ebro, zieht quer durch Südfrankreich
und überwindet unter großen Verlusten die Alpen, um die Römer
in ihrem eigenen Bereich zu schlagen. Er errang in den Jahren
217 und 216 zwei wichtige Siege, darunter den berühmten
bei Cannae. "Hannibal ante portas" - Hannibal vor den Toren,
versetzte die Römer in begeiflichen Schrecken. 211 gelangt
Hannibal bis vor die Tore Roms, aber auch hier zeigen sich die
überlegenen Reserven der Römer. |
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Hannibal unterliegt schließlich der Übermacht der Römer und
auch, weil er von Karthago nicht genügend unterstützt wird.
Karthago läßt ihn fallen, er kehrt nach Afrika zurück und stellt
sich (202) einer entscheidenden Schlacht mit den Römern.
Hannibal unterliegt und Karthago muss dir römischen Forderungen
akzeptieren. Nach diesem zweiten Krieg hat Karthago seine Vormachtstellung
endgültig verloren. Es steht nun ganz unter der Kontrolle Roms,
sein Heer ist vernichtet, alle außerafrikanischen Besitztümer
sind verloren. und den enormen Reparationszahlungen kann es
kaum Folge leisten. |
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Rom
sucht und findet einen Anlaß, den auch weiterhin unliebsamen Konkurrenten
endgültig zu vernichten. Im Dritten Punischen Krieg (149-146)
kommt es schließlich zur Zerstörung Karthagos, die Stadt wird gewaltsam
eingenommen, die Gebäude niedergebrannt, die Erde umgepflügt und
mit Salz bestreut, um sie für alle Zeiten unfruchtbar zu machen.
Nur wenige Karthager überleben. Diejenigen, die überleben und nicht
versklavt werden, fliehen in die Küstenstädte und ins Landesinnere,
wo sie ihre Sprache und Sitten noch lange bewahren können. Bis ins
5. Nachchristliche Jahrhundert hinein ist die punische Sprache nachweisbar.
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| Nach
der Zerstörung Karthagos wird das punische Kernland (bis Sfax)
zur römischen Provinz "Africa" (146 v. Chr.) mit der
neuen Hauptstadt Utica. 46 v. Chr. erreicht diese römische
Provinz etwa die Größe des heutigen Tunesien. Überall im Land
wachsen neue Siedlungen und Städte, an den Grenzen entstehen
Forts und Verteidigungsanlagen gegen numidische Übergriffe und
selbst das für alle Zeiten zerstörte Karthago wird wieder aufgebaut.
Nach all den Kriegswirren folgt nun im 2. Und 3. Jahrhundert
eine Blütezeit. Zahlreiche Prachtbauten entstehen in den Städten,
die Provinz zählt zu den reichsten des Imperiums, Karthago wetteifert
an Glanz mit Rom, Afrikaner steigen in die höchsten Positionen
der Hauptstadt auf. 193 n. Chr. wird ein Afrikaner aus
dem Gebiet des heutigen Libyen ( Septimius Severus ) Kaiser
von Rom. |
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Zahlreiche
römische Ausgrabungsstätten mit
prächtig erhaltenen Ruinenresten, Tempeln und Theateranlagen
zeugen heute noch vom Glanz und Reichtum dieser Epoche.
Gegen
Ende des 3. Jahrhunderts bahnt sich
das Ende dieser Blütezeit an. Zu sozialen inneren Unruhen
kommen religiöse Spannungen durch die einsetzende Christianisierung.
Christliche Missionare treten in Afrika schon im späten 1.
Jahrhundert auf, der erste Bischof ist ab 197 belegt.
Ab dieser Zeit kommt es auch zu den Christenverfolgungen,
die Ausbreitung des Christentums ist aber nicht mehr aufzuhalten.
313 erkennt Konstantin die neue Religion als gleichberechtigt
an, 380 wird sie unter Theodosius zur Staatsreligion.
Kriegerische Überfälle durch benachbarte Berberstämme und
der Zerfall des römischen Reiches zu Beginn des 5. Jahrhunderts
beenden schließlich die römische Vormachtstellung.
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Im
Zuge der durch den Hunnensturm ausgelösten Völkerwanderung
dringt das germanische Volk der Vandalen zu Beginn des 5.
Jahrhunderts über Spanien nach Nordafrika vor. In der geschwächten
Provinz Africa kann sich ihr Führer Geiserich 439 zum absoluten
König machen und gründet den ersten völlig unabhängigen Germanenstaat..
Nach der Plünderung Roms 455 dehnt sich sein Reich bis nach
Sardinien, Korsika und Malta aus, aber nach seinem Tod 477,
Berberaufständen und inneren Zwistigkeiten zerfällt die Vandalenherrschaft
rasch. Plünderung, Zerstörung, "Vandalismus". Keinerlei Bauten oder
Schriften sind aus der Vandalenzeit bekannt.
533
landet der byzantinische Feldherr Belisar
im Auftrag des Kaisers Justinian bei Monastir, um die alte römische
Afrikaprovinz für das oströmische Reich zurückzuerobern, vertreibt
die Vandalen endgültig und befestigt den gesamten Küstenbereich.
Die alte römische Ordnung wird formell wiederhergestellt. Aber wie
schon die römische und die vandalische Herrschaft zerfällt auch
die byzantinische Herrschaft durch Berberaufstände, Dynastiestreitigkeiten
und Religionskonflikte. Zu Beginn des 6. Jahrhunderts wird
von Karthago sogar ein Gegenkaiser zu Rom ausgerufen.
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